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Coachingtool – Selbstreflexion für Nachwuchsführungskräfte III: Glaubenssätze

Nach den ersten beiden Teilen „Selbstreflexion für Nachwuchsführungskräfte“ kommt hier der dritte Beitrag zum Thema Glaubenssätze. Aus meiner Sicht können diese einen Menschen und dementsprechend eine Führungskraft stark beeinflussen.

Fünf Glaubenssätze

Die Forschung geht von fünf zentralen Glaubenssätzen aus. Zusätzlich gibt es immer mal wieder welche, die aber noch nicht den großen Durchbruch geschafft haben. Jeder Mensch hat eine unterschiedliche Ausprägung dieser meist unbewussten Antreiber, die durch Erziehung und Erfahrungen entstehen. Zu ihnen gehören:

  • Du bist nur liebenswert, wenn Du stark bist – oder – Sei stark!
  • Wer Fehler macht, ist weniger wert – oder – Sei perfekt!
  • Nur wer sich sehr anstrengt hat Glück verdient – oder – Streng Dich an!
  • Langsam heißt ein bisschen doof – oder – Beeile Dich!
  • Du bist nur etwas wert, wenn alle Dich mögen – oder – Sei gefällig!

Jeder Mensch hat einen oder zwei stärker ausgeprägte Glaubenssätze. Und das ist auch gut so, denn sie treiben uns zum Handeln an. Schwierig wird es, wenn ein Antreiber übermäßig ausgeprägt ist oder zwei schwierig zu vereinende Stimmen im Hinterkopf wohnen (z.B. „Mach schnell!“ und „Sei perfekt!“. Sollte Ihnen nicht schon beim Lesen eine Idee zu Ihrer persönlichen Ausprägung gekommen sein, gibt es zahlreiche Tests im Netz.

Beispiele

Ist nun einer dieser Glaubenssätze sehr stark ausgeprägt, also die innere Überzeugung „Ich bin nur etwas wert, wenn…“ Antreiber für sämtliche Handlungen, kann es schwierig werden. Ein Mensch der immer gefällig sein will, vergisst seine eigenen Bedürfnisse und Überzeugungen und verliert schließlich sich selbst. Jemand, der immer stark sein muss, hat Probleme, sich andern zu offenbaren oder sich in schwachen Momenten selbst zu lieben. Eine Person, die immer nach Perfektion strebt, steht unter immensem Druck, ist nie mit sich und anderen zufrieden und wird Probleme mit der Leichtigkeit im Leben haben.

Möglicher Umgang

Ist ein Antreiber identifiziert, der sich auf Grund seiner starken Ausprägung im Alltag als hinderlich erweist, können Gegenpositionen gefunden werden. „Auch 95% sind gut genug“, „Es muss mich nicht jeder lieben, dafür gibt es Freunde und Familie“, „Wer immer rennt, entdeckt nicht die Einzigartigkeiten am Straßenrand“ etc. Manchmal hilft es zusätzlich, sich darüber Gedanken zu machen, woher die Stimme kommt. Die Gegenstimme könnte sich dann auch direkt an diese Person richten. „Papa, auch ein Mann darf mal schwach sein!“, „Mama, ich muss nicht allen gefallen“, „Jugendtrainer, ich habe mich schon sehr angestrengt, es ist gut wie es ist“. Hier können und sollten ganz individuelle Sätze gefunden werden.

Im Bezug auf Führung

Gerade im Zusammenhang mit Führung sollte ein Bewusstsein für die eigene Prägung herrschen. Eine Führungskraft muss nicht als erstes im Kopf haben, von allen geliebt zu werden und alles für die Mitarbeiter zu tun. Womit ich nicht meine, dass Zugewandtheit und Wertschätzung nicht essentiell sind. Eine Führungskraft (ebenso wie andere) muss auch nicht 300% geben und sich über alle Maßen anstrengen. Hier sind die Stichwörter Achtsamkeit und Vorbildfunktion. Eine Führungskraft steht im Fokus und sollte deshalb reflektiert und souverän handeln. Dazu gehört auch, seine eigenen Glaubenssätze zu kennen.

Im Einzelcoaching oder eingebettet in meine Führungsnachwuchstrainings können wir gemeinsam daran arbeiten, dass Ihre Glaubenssätze Ihnen nicht im Wege stehen!

Selbstreflexion für Führungskräfte I
Selbstreflexion für Führungskräfte II