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Veränderungsfähigkeit und Glaubenssätze

Ob ein Change-Prozess gelingt, hängt von vielen Komponenten ab. Es gibt zahlreiche Erfolgsfaktoren, Hilfsmittel und Methoden. Ganz zentral ist allerdings auch der Mensch, insbesondere die Führungskraft, ihre Fähigkeiten und die eigene Einstellung zu Veränderung. Im Dezember habe ich das Thema Glaubenssätze im Zusammenhang mit Nachwuchsführungskräften behandelt, heute geht es um den Einfluss auch die Veränderungsfähigkeit.

Was sind Glaubenssätze?

Glaubenssätze sind innere Überzeugungen, die sich meist schon in der Kindheit manifestieren, die viel mit unserer Erziehung zu tun haben und die oft unreflektiert übernommen werden. Dabei gibt es fünf klassische Glaubenssätze, die Sie in jeder Literatur zur Persönlichkeitsentwicklung auch unter dem Stichwort Antreiber finden. Es sind die Folgenden: „Sei stark! Denn nur wenn Du stark bist, bist Du wertvoll.“ „Sei gefällig! Nur, wenn Du es allen recht machst, wirst Du geliebt.“ „Mach schnell! Denn nur wenn Du zügig vorankommst, bist Du wirklich gut.“ „Sei fleißig! Denn nur fleißige Menschen haben Erfolg verdient.“ „Sei perfekt! Fehler zu machen, bedeutet eine Schwäche.“

Die Ausprägung dieser Antreiber ist bei jedem Menschen unterschiedlich stark und bis zu einem gewissen Grad sehr nützlich, denn sie motivieren uns, uns selbst zu übertreffen. Glauben wir aber, nur dann etwas wert zu sein, wenn wir IMMER fleißig oder IMMER gefällig usw. sind, kostet das auf Dauer nicht nur die Gesundheit sondern Tag für Tag wertvolle Energie. Ein weiteres Problem kann auftauchen, wenn zwei sich eigentlich konkurrierend gegenüberstehende Antreiber verstärkt ausgeprägt sind. Perfekt und schnell passen nicht wirklich gut zusammen. Ein zehrendes Spannungsfeld entsteht. Ich kann wärmstens empfehlen, sich einmal mit seinen eigenen Antreibern vertraut zu machen und dem einen oder anderen von ihnen unter bestimmten Umständen auch einen Erlauber zur Seite zu stellen.

Was hat das nun aber mit Veränderungsfähigkeit zu tun?

Neben diesen klassischen inneren Glaubenssätzen kann es eine Vielzahl weiterer Überzeugungen geben, die einen bei bestimmten Vorhaben ausbremsen. Sie besitzen oft die Stimme einer bekannten Person aus Kindertagen. Das können Eltern, Großeltern, Erzieher oder Trainer sein. Sätze wie „Never change a running system“, „Schuster bleib bei Deinen Leisten“ oder „Das liegt bei uns in der Familie im Blut. Das war schon immer so!“ können sich in unser Unterbewusstsein eingeschlichen haben. Dort bilden sie eine innere, meist unbewusste Blockade gegenüber unterschiedlicher Art von Veränderung, beeinflussen unsere Haltung und erschweren das Handeln.

Schauen Sie doch einmal, welche Glaubenssätze Sie antreiben bzw. Sie am offenen Umgang mit der Welt einschränken. Wenn Sie sich dabei Unterstützung wünschen, helfe ich Ihnen gerne!